Rezension: Paper Towns

"It is so hard to leave—until you leave. And then it is the easiest goddamned thing in the world."

Originaltitel: -
Verlag: Dutton
Reihe: -
Seiten: 305
Preis: 18,60 € (über andere Anbieter billiger)
ISBN: 978-
0525478188  
Erscheinungsdatum: Oktober 2008
Vollständiges Cover



Quentin Jacobsen has spent a lifetime loving the magnificently adventurous Margo Roth Spiegelman from afar. So when she cracks open a window and climbs back in the middle of the night—dressed like a ninja and summoning him for an ingenious campaign of revenge—he follows.

After their all-nighter ends, and a new day breaks, Q arrives at school to discover that Margo, always an enigma, has now become a mystery. But Q soon learns that there are clues--and they’re for him. Urged down a disconnected path, the closer he gets, the less Q sees the girl he thought he knew.



Quentin und Margo sprachen zuletzt, als sie den toten Mann gefunden haben. Danach lebten sich die einstigen Kindheitsfreunde auseinander - Margo wurde Teil der beliebten Gruppe, Q ließ sich bei den Band-Mitgliedern des Schulorchesters nieder. Doch wirklich vergessen konnte Q Margo nie.
Viele Jahre später taucht Margo plötzlich wieder vor Qs Fenster auf, mitten in der Nacht. Sie überredet ihn bei einem Rachefeldzug mitzumachen. Als die Nacht vorbei war und der Tag anbrach, hinterließ Margo Q mit einigen neuen Erfahrungen und Hinweisen zu ihrem Aufenthaltsort.
Q folgt einer Spur nach der Anderen, um seine verschwundene Nachbarin wieder zu finden, doch hat das überhaupt einen Sinn? Ist Margo wirklich die, die Quentin sich immer vorgestellt hat?


Als ich im Internet davon erfuhr, dass bald der Trailer für Paper Towns veröffentlicht wird, sah ich dies als Zeichen, das Buch endlich zu beginnen. Ich habe ja die ganze Sammlung von John Greens Büchern daheim ;)

Der Schreibstil war, wie auch schon in The Fault In Our Stars, flüssig und voller Weisheiten und Zeilen zum Zitieren. John Green schafft es philosophisch und jugendhaft zugleich zu schreiben, wofür ich ihn wirklich bewundere.
Das Englisch ist recht einfach, jedoch kommen einige Slangs und amerikanische Begriffe vor.

Die Geschichte beginnt mit einem jungen Q und einer jungen Margo, zwei Nachbarn, die sich immer wieder zum Spielen treffen. Eines Tages finden die beiden eine Leiche in einem Park und Q sieht diesen Tag als den Stichtag an, an dem Margo und er sich auseinanderlebten.
Nun sind sie in der High School - dem letzten Jahr sogar - und haben die typischen Probleme: Geh ich zum Abschlussball? Wenn ja mit wem? Bekomme ich gute Noten? Komme ich in mein gewünschtes College?
Da sich die beiden sehr auseinandergelebt haben, überrascht es Q, als Margo mitten in der Nacht plötzlich vor seinem Fenster steht. Sie lädt ihn auf einen Rachefeldzug ein und nach dieser Nacht scheint für Q nichts mehr so zu sein wie es jemals war.
John Green hat mit Paper Towns wieder ein durchdachtes und realitätsnahes Buch geschaffen, das gerade für jüngere Leser ein Volltreffer sein wird. Mit seinen intelligenten und vielfältigen Figuren hat man in Paper Towns mindestens einen Charakter mit dem man sich verbunden fühlen kann.
Mir gefiel an Paper Towns besonders, das man einfach so viel über Margo erfährt (oder über das "Bild" von Margo), obwohl sie eigentlich nicht wirklich da ist. Einfach diese realitätsnahe Beschreibung einer Schwärmerei für ein unbekanntes Mädchen, die Probleme eines jeden Teenagers, etc.
Und das ist einfach ein großer Pluspunkt an John Green-Büchern. Zwar habe ich bisher nur zwei gelesen, doch ihm gelingt es einfach, unglaublich reale Teenager zu erschaffen. Diese verurteilt er jedoch nicht, sondern erzählt von ihren Fehlern und Gedankengängen. Sie sind dreidimensional und intelligent und dafür liebe ich diese Bücher.

Die Charaktere sind alle sehr vielfältig und so real.
Wir haben Q, eigentlich Quentin, der sehr nachdenklich ist und auf seine eigene Art und Weise durchs Leben geht. Er ist ein intelligenter Junge, der weiß, was er im Leben will.
Auf der anderen Seite haben wir Margo. Margo ist rebellisch, fühlt sich nicht verstanden und macht einfach nur ihr Ding. Sie ist beliebt, jedoch sieht sie dahinter, weiß, dass das alles nur Fassade ist. Durch Qs Suche nach ihr lernt man so viele verschiedene "Bilder" von ihr kennen, dass man sich nicht sehr viel aus ihr machen kann.
Neben Q und Margo gibt es auch noch drei weitere Charaktere, die wichtige Rollen haben. Da wären Qs beste Freunde, Radar und Ben. Radar ist ein kluger, interessanter Junge, der viel Zeit am Computer verbringt und der kühle Kopf der ganzen Truppe ist. Ben, der mir teilweise etwas auf die Nerven ging, ist Mädchenbesessen, doch bringt den meisten Witz in das Buch.
Dann gab es da noch Lacey, Margos beste Freundin, die mir wirklich gut gefiel. Anfangs hat man von ihr das Bild der eingebildeten Tussi, jedoch ändert sich das schnell und ich mochte sie dann direkt.

Leider war das Buch nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen für mich. ^^
Wie schon gesagt, ging mir Ben teilweise echt auf die Nerven und da Ende war auch nicht so der Burner. Ganz ehrlich? Er beendete das Ganze so mitten in einer Handlung, ohne Auflösung oder Sonstiges, dass es mir etwas zu plötzlich war. Außerdem kam es mir im Allgemeinen so vor, als würde das Buch immer auf einem Level bleiben. Es gab nie wirklich einen Höhepunkt und dann die große Auflösung - nein, es blieb konstant auf der gleichen Höhe. Das nahm dem ganzen etwas den Reiz, was man aber erst am Ende erkennt.
Es konnte The Fault in Our Stars einfach nicht das Wasser reichen. ;)


Das Cover gefällt mir total. Es passt toll zur Geschichte mit der Reißzwecke auf der Straßenkarte. Und auch der Buchrücken sticht irgendwie total aus den John Green-Büchern heraus. Während alle anderen eher Schwarz oder Weiß sind, sind TFIOS und Paper Towns zwei Farbtupfer in dem Ganzen. An und für sich ein tolles Design :)


Alles in Allem ist Paper Towns ein tolles Buch von John Green. Reale Charaktere, John Greens amüsanter Schreibstil und eine nette Geschichte bescheren einem sicherlich ein paar unterhaltsame Lesestunden. Das etwas zu plötzliche Ende und das konstante Level der Erzählung nehmen dem ganzen etwas den Reiz, trotzdem verdient das Buch 4 von 5 Pingus :)





Kommentare on "Rezension: Paper Towns"

  1. Ich kenne das Buch erst, seit in den Trailer zum Kinofilm gesehen habe. Bei "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ist es übrigens auch so gewesen. Da habe ich immerhin nun das Buch auf dem SuB, den Film allerdings noch nicht gesehen. Dieses Buch wandert nun auch auf meine Wunschliste und hoffentlich kann ich es kaufen und lesen, bevor ich den Film sehe! Schöne Rezension. :)

    Liebste Grüße,
    Nazurka

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    1. Ich habe von John Green durch "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" erfahren und die englische Version gekauft. Als ich diese gelesen hatte, musste ich einfach die restlichen Bücher haben. Ich wünsche dir viel Spaß mit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", ich hab letztendlich geheult wie ein Schlosshund :)

      lg bibi ;)

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  2. Ich bin gar kein so großer Fan von den Büchern von John Green, was ich bisher von ihm gelesen habe, fand ich alles sehr durchschnittlich. Besonders den einen Satz, dass immer alles auf dem gleichen Level bleibt und es keine wirklichen Höhepunkte gibt, finde ich sehr treffend für seinen Schreibstil.
    Die Verfilmung von TFIOS war aber natürlich toll! Und dann habe ich den Trailer zu "Margos Spuren" gesehen ... oh mein Gott! Der Trailer hat mich so aus den Latschen gehauen, der sah so unendlich genial aus. Hätte gar nicht gedacht, dass der mich so anspricht, aber da will ich auf jeden Fall rein. Ich liebe ja auch Nat Wolff als Besetzung, irgendwie passt er einfach so toll zu den Filmen von John Green - na ja, Cara Delevingne ist halt einfach nicht so mein Typ :D

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    1. Ich verstehe das total, wenn man die Bücher nicht so toll findet. Wie du eben sagst, mit keinen Höhenpunkten haben, muss man halt akzeptieren können. Wenn man solche Bücher nicht mag, dann kann es schnell langweilig werden :)
      Ich fand die Verfilmung von TFIOS auch ganz toll und freue mich schon total auf Paper Towns. Ich mag Nat Wolff total, kenn den noch aus seinen Nickelodeon Zeiten, und bei Cara Delevingne kann ich dir nur zustimmen. Ich weiß nur nicht was es bei ihr ist ^^

      lg bibi ;)

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