Rezension: A Long Way Down

"The truth will set you free. Either that or it'll get you a punch in the nose."

Originaltitel: -
Verlag: Penguin Books
Reihe: -
Seiten: 256
Preis: 8,30
ISBN: 978-0241969939
Erscheinungsdatum: Januar 2005

Vollständiges Cover



For disgraced TV presenter Martin Sharp the answer's pretty simple: he has, in his own words, 'pissed his life away'. And on New Year's Eve he's going to end it all . . . but not, as it happens, alone. Because first single-mum Maureen, then eighteen-year-old Jess and lastly American rock-god JJ turn up and crash Martin's private party. They've stolen his idea - but brought their own reasons.

Yet it's hard to jump when you've got an audience queuing impatiently behind you. A few heated words and some slices of cold pizza later and these four strangers are suddenly allies. But is their unlikely friendship a good enough reason to carry on living?


Als Maureen sich an Silvester auf dem Toppers House, dem beliebtesten Suizid-Ort in London, umbringen will, entdeckt sie Martin, der schon mit den Füßen vom Rand baumelt. Nach einem Gespräch stößt die junge Jess dazu, welche sie direkt davon abhalten wollen runterzuspringen. Und wie es der Zufall will, taucht auch noch JJ auf, der de ganzen Spektakel ruhig zugesehen hatte.
Nach einer durchzechten Nacht finden sich die vier wieder auf dem Toppers House, der Sonnenaufgang im vollen Gange. Da entscheiden sich die vier dazu einen Pakt zu schließen: Keiner bringt sich um bis zum Valentinstag, das sind sechs Wochen. Und in diesen sechs Wochen entwickelt sich eine solch eigenartige und faszinierende Freundschaft. Doch ist diese genug, um sie am Leben zu halten? 


Gelesen habe ich das Buch, weil mir der Film dazu einfach so gut gefiel. Irgendwann sah ich das Buch in einem Buchladen und dachte mir, so dünn wie das ist, kann ich es gerade auch noch lesen. Und für 'Let's Challenge Each Other' diesen Monat kann ich es gerade auch noch gut gebrauchen :)

Der Schreibstil ist recht flüssig. Dadurch dass Nick Hornby aus der Sicht von vier, ganz unterschiedlichen Menschen schreibt, ist bei jeder Person die Art zu Sprechen anders. Zum Beispiel flucht Maureen nie oder Jess benutzt nie eine wörtliche Rede. Das macht es zwar etwas holpriger, dafür aber interessanter zu lesen. Es ist auch oft so, dass die Charaktere den Leser direkt ansprechen.
Das Englisch ist etwas schwieriger, vor allem für Leser, die mit britischen Redensarten und Ausdrücken nicht so vertraut sind - außerdem: Vorsicht - viele Kraftausdrücke!

Die Geschichte beginnt im Prinzip ähnlich wie im Film, da zeichneten sich für mich noch keine großen Unterschiede ab. Doch je weiter es in der Geschichte kam, desto mehr fielen mir die gravierenden Unterschiede auf. Was jedoch kein Problem ist, denn so wie das Buch ist, wäre es nie gut in einem Film gewesen.
Diese vier interessanten Menschen, Maureen, Martin, Jess und JJ, die sich da oben auf dem Gebäude treffen, hätten sich in irgendeinem anderen Fall wohl eher nicht verstanden. Doch sie formen eine Art Bündnis miteinander und das ergibt eine faszinierende Geschichte.
Es ist nicht so, dass sie nach ihrem Pakt sich nie wieder sehen, nein sie treffen sich immer und immer wieder. Es formt sich wirklich eine Freundschaft zwischen den viern und als Leser kann man da oft nur den Kopf schütteln, teilweise aber auch schmunzeln. Alle vier haben ihre eigenen Gründe dafür, warum sie da oben standen und es ist interessant mitanzusehen, wie sich diese vier Menschen in nur 256 Seiten ändern.
Auf fast jeder Seite findet sich im übrigen auch eine kleine Lebensweisheit oder Metapher, die sich wunderbar zitieren lassen würde. Der Autor bringt auch genügend Witz und Charme hinein, sodass man das Buch auf jeden Fall genießen kann.
Das Ende ist sehr offen, was aber nicht weiter stört, denn ein anderes Ende hätte nicht dazu gepasst. Ich fand es jedenfalls sehr passend so :)

Die Charaktere sind wirklich ein bunter Haufen.
Wir haben Martin, ein ehemaliger, britischer Fernsehstar, der mit einer Minderjährigen geschlafen hat, die sich als 18-Jährige Ausgegeben hat und somit seine ganze Familie, Karriere und sein soziales Leben verloren hat. Er ist ein grimmiger Typ, jedoch intelligent und, wenn er es sein will, charmant.
Dann haben wir Maureen, eine alleinerziehende Mutter eines schwer behinderten Sohnes, die einfach nur liebenswert ist und die man am liebsten in den Arm nehmen und beschützen will.
Dann gibt es JJ, ein amerikanischer Musiker, dessen Band sich aufgelöst hat. Er hat daraufhin seine Freundin verloren und fand nichts mehr lebenswert. Er ist ein nachdenklicher Typ und mir fast schon am sympathisten gewesen.
Dann gibt es noch Jess, 18 Jahre alt und ein typischer Problem-Teenager. Sie hat vor knapp zwei Jahren ihre Schwester verloren, welche man nie wieder gefunden hat, und hat seit dem keinen guten Draht mehr zu den Eltern. Sie ist etwas schwierig, jedoch ein von Grund auf guter Mensch, auch wenn sie, wie Menschen in diesem Alter eben, noch nicht so ganz weiß, wer oder was sie sein will.
Meiner Meinung nach sind die Charaktere der stärkste Punkt des Buches.

Negatives? Ja, es gab daschon ein paar Fälle, bei denen ich den ein oder anderen Charakter gerne genommen und mal gehörig geschüttelt hätte. Aber das ist doch in jedem Buch so ;)


Ich finde das Cover hat etwas. Es passt auf jeden Fall zur Geschichte und in echt ist es nicht ganz so blass wie auf den digitalen Bildern. Ich mag die Schrift total gern und wie sie im Prinzip zu Hochhäusern "umgebaut" wurde. An und für sich kein schlechtes Cover :)


Ein sehr Charakter-Lastiges Buch, das dem Leser vier faszinierende Menschen vorstellt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Buch strotzt vor Lebensweisheiten und Charme, weswegen ich 4 von 5 Pingus vergebe! Wem solche Bücher eher nicht gefallen, dem kann ich den gleichnamigen Film ans Herz legen, welcher sich zwar sehr vom Buch unterscheidet, die beiden sich aber auch besser als getrennte Werke betrachten lassen ;)





Kommentare on "Rezension: A Long Way Down"

  1. Ich weiß noch, dass du dich so auf das Buch gefreut hast, als du es vorgestellt hast. Und das mit dem Durchschütteln der Charaktere kenne ich auch nur zu gut! Schöne Rezi und toll, dass dir das Buch trotz kleiner Kritikpunkte gut gefallen hat!

    Liebste Grüße,
    Nazurka

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  2. Hab das Buch vor Jahren gelesen und fand es langweilig :D Vlt sollte ich mir mal den Film dazu anschauen...
    lg. Tine :)

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    1. Den Film kann ich dir wirklich nur empfehlen. Dadurch, dass ich den zuerst angeschaut habe, habe ich mich erst dazu entschieden, das Buch zu lesen. :)

      lg bibi ;)

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